GOLFREISEN für Einsteiger

#10 Golfeinstieg: Snobismus oder Freude pur?

von Gastautor Jochen Zirfas

Vorauseilend ist zu sagen, dass dieser Artikel noch zu Zeiten von COVID-19 geschrieben wurde. Ohne die kritische Situation zu ignorieren, steht die Absicht im Raum, unbeeinflusst davon und in der Hoffnung auf Corona freie Verhältnisse das Thema der Golfreisen zu beschreiben und Inspirationen zu wecken.

Wer vom “Golf Bazillus” infiziert ist, wird über kurz oder lang darüber nachdenken, einmal einen anderen Golfkurs zu besuchen, anstatt immer nur zu Hause zu spielen. Viele sonstige populäre Sportarten, gleichwohl ob Einzelsport oder Mannschaftssport, sind nicht unbedingt dafür prädestiniert, die Ausübung desselben mit einer Urlaubsreise zu verbinden. Ein Fußball- oder Tennisspielfeld ist überall gleichgroß und die landschaftliche Umgebung beeinflusst das Spiel auf fremden Plätzen nur unwesentlich.

Warum ist dies bei Golfreisen anders?

Schon bei einem Ausflug zu einem Nachbarclub handelt es sich um eine Golfreise. Währenddessen der Golfer bzw. die Golferin nach einer gewissen Zeit auf dem Heimatclub jede Ecke kennt und bei Fehlschlägen genau weiß, wo der Ball zu suchen ist. Ein Besuch einer neuen Golfanlage bringt eine weitere Schwierigkeit ins Spiel, welche immer eine Herausforderung an sich darstellt. Der neue, andere Platz zwingt zu neuen spieltaktischen Überlegungen und die vielleicht vor langem erworbene Distanzuhr oder der Entfernungsmesser kommen endlich zu ihrer Daseinsberechtigung.

Küsten-Golfplatz Föhr – ©GC Föhr


Golfplätze müssen sich zwangsweise den landschaftlichen Gegebenheiten anpassen und damit ist jeder Golfplatz ein Unikat. Es gibt, und das ist das Spannende, wohl nirgendwo auf der Welt einen Golfplatz, der dem anderen gleicht. Damit ist beides in dem Lieblingssport gewährleistet, Abwechslung und Herausforderung. Man spielt im Regelfall ja nicht gegen einen Gegner, sondern der Platz ist der “Gegner” und der Golfer misst seine Leistungsfähigkeit mit seinem Score und dem platzabhängigen Handicap. Sicher betreiben nicht alle Golfer das Spiel als Wettkampf, aber ehrlicherweise muss sich jeder eingestehen, dass man eine Spielbahn möglichst optimal und mit niedriger Schlagzahl beenden möchte. Das befriedigt einfach. Und damit ist das Besuchen von fremden Golfplätzen – die Golfreise – etwas, was die meistens Golfer in ihre Planung mit aufnehmen.

Parkland Golf Platz Mittelrheinischer Golf Club Bad Ems – © MGC Bad Ems

Was ist bei Golfreisen zu beachten

Wenn man eine Golfreise antritt oder sich sogar zu einem Golfurlaub entschließt, sind ein paar wichtige Dinge im Vorfeld zu beachten. Im Heimatclub darf man mit der Platzreife auf den Platz, aber man sollte vor dem Besuch einer fremden Anlage besser im Vorfeld nachfragen, ob es irgendwelche Spielfähigkeitslimitierungen gibt. Der Hinweis gilt besonders für Golfeinsteiger und es ist nicht abwertend gemeint. Aber alle Clubs kalkulieren mit ihren Startzeiten so, dass im 4-er Flight eine Runde nach spätestens 5 Stunden beendet sein soll. Und da die Eindrücke und Schwierigkeiten auf neuen Plätzen nicht zu unterschätzen sind, sollte einfach ein Mindestmaß an Spielfertigkeit vorhanden sein.

Alpiner Golfplatz – © Golfclub Berchtesgaden

Es macht für Golf Novizen sicher Sinn, ihren ersten Golf Urlaub im eigenen Land zu buchen. Erstens bestehen dann keine Verständigungsprobleme und allein in Deutschland gibt mit Stand Ende 2020 rd. 730 Golfplätze. Und die Vielfalt ist absolut ausreichend,bevor man sich dann später einmal an Wüsten-Kurse, Küstenplätze mit Links Charakter, Parkland Kurse, oder Plätze mit alpinem Hintergrund heranwagt. Dann wird das Golfreisen zum spannenden Abenteuer an den schönsten Plätzen der Welt.

Golfreisen in Europa

Wer erst einmal Blut geleckt und erkannt hat, dass Golf Reisen das I-Tüpfelchen in der eigenen Golf-Karriere darstellen, der wird sicher gerne über die Landesgrenzen hinaus planen. Hinsichtlich der Handicaplimitierung sollte erwähnt werden, dass hier üblicherweise von den Herren unter 28 und von den Damen unter 36 gefordert wird. Es gibt natürlich auch Ausnahmen und diesbezüglich empfiehlt es sich, mit Golf Reiseveranstaltern zusammen zu arbeiten, die diese Fragen im Vorfeld verantwortlich abklären können.

Golf in Italien – © Garda Golf

Lebt man in Mitteleuropa, bieten sich dazu alle Nachbarländer an gleichwohl, ob diese mit dem eigenen Auto angefahren oder mit dem Flugzeug besucht werden. Bei Reisen mit dem Flugzeug sollte unbedingt geklärt werden, ob man das eigene Golfgepäck gegen Gebühr mitnimmt oder besser vor Ort leiht, um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen. Es kann schon vorkommen, dass der Transport des Golfgepäcks teuer als der eigene Sitzplatz wird.
Mit Golf Reisen in Europa lässt sich die Golfsaison auch verlängern oder auf ganzjährig ausdehnen, wenn man Ziele im Süden von Spanien oder Portugal auswählt.

Algarve Golf Kurs – © Vale do Lobo

Golfreisen in die weite Welt hinaus

Soll es noch höher hinaus und weiter gehen, dann plane deine erste Übersee-Golfreise. Golf ist international und es gibt fast keine Länder auf dem Globus, wo kein Golf gespielt wird. Und somit ist der Golf Tourismus gleichzeitig für viele Länder ein Wirtschaftsfaktor und deshalb von hoher Bedeutung. Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Ozeanien, die Auswahl ist unermesslich und hochwertig gestaltete Golfplätze warten auf den ambitionierten Golfer. Ein weiterer großer Vorteil der Überseereise im europäischen Winter ist, dass auf der Südhalbkugel sommerliche Bedingungen herrschen und perfekte Bedingungen auf den Golfer warten.

Kauri Cliffs, Neuseeland – © Jakob Sjöman


Glauben Sie, dass ein begeisterter Tennisspieler die Chance bekommt, in Wimbledon oder auf den Courts der US OPEN ein Match auszutragen? Wahrscheinlich doch eher nicht. Ganz anders im Golf. Die meisten Plätze der weltweiten Touren der Golf Professionals können man als Amateur gegen Greenfee spielen, die Tour Plätze werben sogar genau damit. Was für eine Gelegenheit, die der Golfreise einen besonderen Kick geben wird.
Letztlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass man immer neue Golfspieler auf Reisen kennenlernt und nicht selten daraus Freundschaften entstehen. Golf ist zwar zeitaufwändig, es bleibt aber noch genug Zeit, die Attraktionen, Speisen und Getränke der besuchten Länder zu genießen. Ein nicht zu unterschätzender Begleitumstand einer Golfreise.
Golf kann bekanntlich süchtig machen, Golfreisen aber noch viel mehr!

BIO:

Jochen Zirfas lebt seit 2012 in den Frühjahr,- Sommer- und Herbstmonaten 6- 8 Monate in Auckland, Neuseeland.

Er hat weltweit ca. 500 Golf Platze gespielt und somit seiner Passion folgend, um insbesondere Golfern bei den Reisen auf die Südhalbkugel zu unterstützen, folgerichtig dort eine spezielle Reiseagentur für Golf Reisen gegründet, einerseits gezielt für die deutschsprachigen Golfer SouthernGlobeGolf und andererseits für das internationale Publikum Sophisticated Golf Tours.

Er vertritt die Philosophie, dass Golf Reisen schön, ausgewogen und anspruchsvoll sein sollen, aber dass Golf allein nicht alles ist. Somit werden alle Touren maßgeschneidert und Erlebnisse neben dem Golfspielen, sei es Touristik oder Kulinarik, kommen nicht zu kurz. Im Portfolio sind aber auch die besten Reiseziele in Europa zu finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.