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#3 Golfeinstieg: Ein Glossar des Golfsprech für den Einsteiger

von Mark Horyna

Golfbegriffsglossare finden sich in der Literatur und im Internet zuhauf. Unsere Zusammenstellung der wichtigsten Fachbegriffe soll einen ersten, nicht ganz ernstgemeinten Einblick in eine nicht gerade unkomplizierte Materie geben. Und nein, diese Liste ist NICHT vollständig.

Vorab noch eine Erklärung des Autors. Wenn wir mal zusammenspielen, werden wir uns die Hand geben und uns sicher duzen und auch nach dem Spiel beim Du bleiben. Doch in der Du-Form zu schreiben, will mir einfach nicht gelingen. Sie sehen mir es also nach, dass ich vielleicht ein wenig förmlich daherkomme. Die Sache ist ja auch ernst.

Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass mit „man“ und „der Golfer“ IMMER und stets alle denkbaren Geschlechter und golfende Identitäten gemeint sind. NIEMAND wird ausgeschlossen, alle sind gemeint. Aus meiner Sicht ist Golf der ideale Sport um inklusiv gedacht, gespielt und gelebt zu werden. Wer anders denkt, soll sich bitte von meinem Grün scheren!

A


Abschlag


Das Wort hat gleich mehrere Bedeutungen und ist deshalb schon mal zur Abschreckung an erster Stelle genannt.

Abschlag (1) kann der von den Greenkeepern vorbereitete Ort (Tee Box) sein, von wo aus man einen aufgeteeten (siehe unten) ersten Schlag (siehe unten) in Richtung Fairway (siehe unten) spielen kann. Der hier gemeinte Abschlag ist mit bunten Steinen, Pfosten, Kugeln oder ähnlichem markiert. Besonders auf ihre Männlichkeit achtende Golfer werden gerne „von hinten“ spielen, also die hinteren Abschläge benutzten. Nicht nur als Anfänger sollte man jedoch dort aufteen, wo es einem am besten gefällt. Lassen Sie sich nichts Gegenteiliges erzählen.

Mit Abschlag (2) kann auch der erste Schlag auf einem Loch gemeint sein, ferner das Ergebnis (3) desselben. In seiner zeitlichen Bedeutung kann Abschlag (4) allerdings auch die zugeordnete Uhrzeit meinen, die dem Spieler nach Buchung oder von der Turnierleitung zugeordnet wird.

Das Wort bildet in seiner Komplexität quasi unser Spiel in einer Nussschale ab. Nur beim Golf können solche Sätze gesagt werden und auch inhaltlich richtig sein, wenn auch stilistisch grauenhaft.

„Der Golfer A. konnte den ersten Abschlag nicht finden, kam deshalb zu spät zu seinem Abschlag. Seinen ersten Abschlag verzog er in das tiefe Grass. A hielt seinen Abschlag vorerst für verschwunden. Wenige Minuten später fand der Spielpartner B. den Abschlag des Golfers A. im Rough.“ Golf eben…


Albatros

Ein nicht nur für den Anfänger wie eine Unmöglichkeit vorkommendes Ergebnis von 3 (drei!) unter Par (siehe unten) an einem Loch (siehe unten) nennt man Albatros. Keiner weiß warum. Ein Albatros ist also ein Hole-in-One (siehe unten) auf einem Par 4 Loch, oder ein mit dem zweiten Schlag eingelochter Ball auf einem Par 5. Das Wort kann man sich merken. Der Albatros kommt in den meisten Golferleben jedoch kein einziges Mal vor. Macht nichts…

(ok… das mit dem „siehe unten“ lassen wir mal.)


Amateur

Wer Golf „frei von Vergütung oder Bereicherung spielt“ ist ein Amateur. Amateure haben Handicaps, Pros nicht. Mein Handicap als Amateur ist mein Schwung. Den versucht mein Pro gegen Geld zu reparieren.


Annäherung

Ein in der Theorie eigentlich nah an die Fahne zu spielender Golfschlag. In Wirklichkeit jedoch ist sie das, was die meisten von uns am wenigsten beherrschen. Wer das Schauspiel schlechter Golfschläge erleben will, sollte sich an einem Sonntag an ein beliebiges Grün einer beliebigen Anlage setzen. Wir wären alle sehr viel bessere Golfer, wenn wir unsere Annäherungen häufiger trainieren würden, anstatt stundenlang auf der Range unsere Slices zu üben. Fleißige Golfer erkennt man an Ihren Annäherungen…


B

Back Nine

Ein schöner Anglizismus, von denen es ja im Golfsport nur so wimmelt. Die „hinteren Neun“ meinen die zweiten Neun einer Achtzehnlochrunde. Das hat was mit der Architektur alter Linksplätze zu tun…


Backspin

Alle wollen Backspin, kaum einer bekommt ihn hin. Meistens setzt die durch Rotation des Balles ausgelöste Rückwärtsbewegung auf dem Grün nur dann ein, wenn man eh zu kurz mit seiner Annäherung geblieben ist. Wer mit Backspin auf dem Grün landet, hinterlässt IMMER eine Pitchmarke, die er höflichst auszubessern hat. Und wenn er schon dabei ist, mindestens zwei weitere.


Backswing – Rückschwung – Aufschwung

Nach dem Take-Away die große einleitende Bewegung im Schwung. Eine in den meisten Fällen eher hilflos ausgeführte, hektische Bewegung, der es oft an Eleganz und Rhythmus mangelt.


Bag

Meist zu schwer bepackte Transporttasche für Golfschläger, anderes Equipment und viel unnützes Zeug. Die Equipmentindustrie hat großes Interesse daran, dass unsere Bags riesig, schwer und mit allerlei Außentaschen versehen sind. Sie kann uns so mehr Kram verkaufen und insbesondere hier in Deutschland ebenfalls sündhaft teure E-Trolleys. Versuchen Sie, Ihre Tasche leicht zu halten. Auch als Anfänger müssen sie bei Sonnenschein keine zwanzig Bälle, drei Pullover, Wechselwäsche und Regenausrüstung mitschleppen. Trinkwasser hingegen sollte stets im Bag sein. Wenn Sie auf dem Grün sind, stellen Sie Ihr Bag IMMER in Richtung des nächsten Tees ab. Niemals so, dass Sie zur Tasche zurücklaufen müssen.


Besserlegen

Bestimmte Bodenbeschaffenheiten lassen ein Besserlegen zu. Wenn das erlaubt ist, sollte man das machen. „Play it as it lies“ ist für masochistisch veranlagte Puristen mit einem übertriebenen Ehrgefühl. Das Spiel ist schwer genug.


Bewegt

Ha! Ball in Ruhe bewegt! Ein heikles Thema. Wenn der Ball sich durch ihre zufällige Einwirkung von seinem ursprünglichen Ort wegbewegt, geben Sie der Versuchung nicht nach. Strafschlag aufschreiben. Ball zurücklegen und spielen. Je länger Sie spielen, desto weniger wird das passieren. Glauben Sie mir! War allerdings jemand oder irgendetwas anderes für das Bewegen verantwortlich gilt es den Ball an die ursprüngliche Stelle zurückzulegen.


Birdie

Ein Schlag besser als Par. Immer ein Grund, sich zu freuen. Immer!


Blade

Finger weg davon. Diese Eisenform ohne jedes eingebaute Erbarmen ist für Anfänger denkbar schlecht geeignet, den Ball nach vorne zu bewegen. Selbst Tourspieler haben heute selten nur Blades im Satz.


Bogey

Der ausgewachsene Bruder des Birdies. Ein Schlag über Par. Sofern man nicht einstellig ist, ist ein Bogey immer ein passables Ergebnis.


Brutto

Brutto meint die Anzahl von Schlägen, die man tatsächlich für eine Runde gebraucht hat. Brutto ausgetragenes Zählspiel kann für jeden Golfer eine Qual sein, denn aufgehoben werden darf nicht. Bis der letzte Putt ins Loch auf der 18 fällt, kann so manche Katastrophe passieren.


Bunker

Vom Architekten strategisch platziertes Sandhindernis, das dem Golfer auf dem Weg zum Grün das Leben erschweren soll. Selbst für Pros stellen Bunker oft unüberwindliche Hürden da. So mancher Siegeslauf und einige Karrieren sind im Bunker beendet worden. Alte britische Clubs haben ein derart inniges Verhältnis zu ihren Sandhindernissen, dass viele sogar Namen bekommen. Manche werden nach den Spielern benannt, deren Runden oder Karrieren sie ruiniert haben.


C

Caddie

In unseren Breiten fast ausgestorbene Gattung, die nur noch im Profisport und im asiatischen Ausland ein selbstverständlicher Teil des Spiels ist. Ein Caddie transportiert die Tasche, berät bei der Schlägerwahl und hilft beim Lesen der Grüns. Ein guter Caddie sorgt dafür, dass sein Spieler genug trinkt, ausreichend isst und wird zudem helfen, seine manchmal flatternden Nerven zu beruhigen.


Carry

Carry beschreibt die Distanz, die der Ball fliegend zurückgelegt hat, oder zurücklegen muss, um ein Hindernis zu überwinden. Nur wenn Sie ganz sicher sind, dass Sie Ihr Siebener-Eisen 140m Carry schlagen, sollten Sie es in die Hand nehmen, um über ein 130m Wasserhindernis spielen. Bälle können nicht schwimmen, Golfer neigen zur Selbstüberschätzung. Nehmen sie die sechs!


Cart

Benutzen Sie eines dieser Fahrzeuge nur, wenn Sie nicht laufen dürfen oder nicht laufen können. Wer als gesunder Mensch mit einem Funken Selbstwertgefühl lieber mit dem Cart fährt, als zu laufen, sollte aus meiner Sicht nicht älter als sechs Jahre alt sein, oder kein Golf spielen. Golf ist ein Spiel für Fußgänger, nicht für Autofahrer. Und doch, bevor sie nicht spielen oder sich quälen, nehmen Sie ein Cart. Laufen mag zwar besser als fahren sein, nicht spielen hingegen, ist schlechter wie alles andere. Bleiben Sie dann aber bitte weg vom Grün und den Bunkerkanten.


Chip

Oft hilflos ausgeführter kurzer Schlag vom Grünrand, Vorgrün oder Rough. Der Chip, obwohl von Pros gerne als einfach bezeichnet, kann für viele Golfer den Untergang bedeuten. Einen Chip kann man toppen, unterschlagen und mit unkontrollierten Zuckungen verhunzen. Ich weiß, wovon ich spreche. Verbringen Sie – egal wie gut sie als Golfer werden – immer mehr Übungszeit mit dem Chippen, wie auf der Driving Range.


Club

Mehr als nur der Golfverein. Der Club war einst Inbegriff unseres angelsächsischen Erbes. Im Club wurde man Mitglied und blieb es oftmals bis zum Tod. Man spielte den Monatsbecher, Matchplay, verharrte bei der Clubmeisterschaft am 18. Grün, bis die letzten Spieler fertig waren und täuschte reges Interesse für die Leistungen der verschiedenen Mannschaften vor. Einem zweiten Wohnzimmer gleich, war das Clubhaus Begegnungsstätte, Leseraum und Restaurant, Raucherlounge und Kneipe. Von Memorabilien und Pokalen umgeben, saß man vor und nach der Runde und manchmal auch ohne gespielt zu haben im Clubhaus. In Zeiten immer schnellerer Mobilität und gewinnorientierter Betreibergesellschaften sind Clubs und Clubhäuser heute oft nur ein trauriger Abklatsch alter Schönheit. Wer authentische Clubs und deren Häuser sehen will, muss ins englischsprachige Ausland, wo störrische Mitglieder sich traditionspflegend gegen die Zeit stemmen und der Präsidentengattin kein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Innenräume eingeräumt wird.


Course

Englisch für Platz.


Cross Golf

Wunderbare Golfvariante, die außerhalb von dafür entworfenen Flächen gespielt wird.


D

DGV

Interessensvertretung der deutschen Golfclubs und Golfplatzbetreiber. Der DGV vertritt nicht den einzelnen Golfer, sondern deren Organisationen.


Divot

Ein unbedingt wieder zurückzulegendes Stück Rasen, das beim Versuch, den Ball zu bewegen aus dem Boden geschlagen werden kann. Legen Sie Ihr Divot aus Rücksicht auf den Platz und den nachfolgenden Spielern IMMER zurück! Wenn Sie mal aus einem dieser Minigräben herausspielen mussten, werden Sie verstehen warum.


Dogleg

Als Beginner müssen Sie nicht viel über Platzanatomie wissen. Es kann allerdings nicht schaden, das Wort Dogleg zu kennen. Um es auf den Punkt zu bringen: Es gibt Bahnen, die geradeaus laufen und es gibt Doglegs, die auf dem Weg zum Grün einen strategisch gemeinten ellbogenartigen Knick vom Platzarchitekten mitbekommen haben.



Doppelbogey

Der hässliche Cousin des Bogeys. Für den besseren Spieler ein Grund, mit gesenktem Haupt vom Grün zu gehen, für den Anfänger jedoch ein ganz ordentlicher Score.


Draw

Die von fast allen Spielern präferierte, nur selten perfektionierte Flugbahn. Der Draw startet seinen Weg zum Ziel leicht rechts und zieht eine elegante Linkskurve in den Himmel. Im Gegensatz zu seinem Verwandten dem Hook, springt ein guter Draw nach Landung drallbedingt weiter in Richtung Ziel. Der Vielgesuchte, selten zu findende Draw wird zurecht bewundernd kommentiert. Oft in der Art, wie man vielleicht ein überraschend hübsches Neugeborenes lobt.


Drive

Der erste Schlag auf einer längeren Bahn. Meist mit einem Driver oder Holz gespielt und nur selten nach dem ersten Versuch auf Anhieb wiederzufinden. (Siehe auch Abschlag)


Driver

Schläger, der obwohl er von vielen Spielern eigentlich nicht einmal angefasst werden sollte, zu den kostspieligsten Statussymbolen in der Golftasche gehört. Jedes Jahr spült die Industrie Unmengen neuer Modelle auf den Markt, die mehr Länge und Genauigkeit versprechen. Fore!


Driving Range

Ort an dem man, ohne sich in einem fort zu blamieren, mit dem Driver und anderen Schlägern seinen Slice oder Quick-Hook trainieren kann. Früher bestand die Driving Range aus einer mit Tokens zu bedienenden Ballmaschine und einer hoppeligen Wiese. Heute sind sie oft dank moderner Technik zu freizeitparkähnlichen Vergnügungsstätten mit radargestützter Längenmessung, Barbetrieb und Musikanlagen mutiert. In Japan, so heißt es, spielen 8 von 10 Golfer ausschließlich auf der Driving Range.


Droppen

Früher ließ man den Ball in einer interessanten Verrenkung hinter der Schulter fallen. Später von Schulterhöhe mit ausgestrecktem Arm, inzwischen von Höhe des Knies. Das Droppen ist wie alles im Spiel der stetigen Veränderung unterworfen. Ich vermute, bald werden wir den Ball hinlegen dürfen. Das Spiel soll ja einfacher werden.


Durchspielen lassen

Als Höflichkeit getarnter passiv-aggressiver Brauch langsamer Golfer, die den Anschluss zum nächsten Flight nicht halten können. Wenn man Golf spielt, sollte man immer Anschluss zur Vorgruppe suchen. Nur wenn das nicht gelingt, sollte man Verfolger passieren lassen und vor der nächsten Runde vielleicht über eines dieser fürchterlichen Carts nachdenken. Eine Runde Golf muss zu viert nicht länger als viereinhalb Stunden dauern. Wer etwas anderes erzählt, redet Unsinn. Es gibt auch keine Verpflichtung, das Loch zu Ende zu spielen. Niemand muss sich in einer Privatrunde mit einem zweistelligen Ergebnis bestrafen und den Hintermann nötigen, sich das Trauerspiel mit anzusehen.


Durchschwung

Oft vernachlässigter Teil des Schwungs, der nach dem Treffen des Balles stattfinden sollte. Ich schreibe „sollte“, weil viele – auch fortgeschrittene Spieler – den Durchschwung schlicht vergessen. Magischerweise scheint der Durchschwung tatsächlich Auswirkungen auf den Ballflug zu haben, wie man in zahlreichen Büchern nachlesen kann.


E

Eagle

Ein Score von zwei unter Par. Ja, genau! Eine Sonderform des Eagles kennt man auf Par 3 Löchern. Dort wird er als „Hole In One“ bezeichnet.


Ehre

Bevor man mit dem Versuch, das Spiel zu beschleunigen, „Ready Golf“ einführte, gab es die „Ehre“. Der Spieler mit dem besten Ergebnis am Vorloch durfte/musste am Folgeloch als erster abschlagen. Die Sache mit dieser Ehre ist zweischneidig, kann der Druck doch erheblich sein. Im Matchplay werde ich immer darauf bestehen, dass die Abschlagreihenfolge nach Ergebnis festgelegt wird.


Einstelligkeit

Jeder sportlich orientierte Spieler will sich verbessern. Auf diesem Weg gibt es einige Stationen. Die Platzreife, gibt einem die Möglichkeit auf den großen Plätzen zu spielen. Mit einem Handicap von 36 fühlen sich viele schon als echte Golfer. Mit einer Spielvorgabe von 18 zählt man sich in manchen Clubs schon zu den besseren und mit dem Erreichen der sogenannten Einstelligkeit, ist man einer Elite zugehörig, die nur circa 5% der knapp 650.000 hiesigen Golfer umfasst. Viele ältere Golfer, die einstellig sind, bevorzugen es auf Turniere zu verzichten, aus Angst ihre – wie ein Symbol der Virilität zur Schau gestellte – Einstelligkeit zu verlieren. Traurige Golfwelt.


Eisen

Golfschläger sind für ihren Zweck denkbar schlecht designte Gegenstände. Sogenannte Eisen sind da keine Ausnahme. Auch wenn Hersteller versprechen, die Dinge seien gut zu spielen, werden Sie als Anfänger mehr als einmal ihre Eisen verfluchen. Je höher die Zahl auf der Sohle des Eisens, desto kürzer ist der Schläger. Hohe Zahlen bedeuten mehr Loft, benennen diesen aber – mit Ausnahme von Wedges im Normalfalle – nicht. Als Anfänger werden sie glücklich sein, ein 5er Eisen gelegentlich zu treffen. Geübte Spieler geben gerne mal mit einem 3er im Bag an und wenn Sie sich in einem Gewitter vor dem Blitzeinschlag schützen wollen, halten Sie ein 1er Eisen (ja, das gibt es) in die Höhe. „Nicht einmal Gott“, sagte einst Lee Trevino, der vielleicht bester Eisenspieler aller Zeiten, „kann ein 1er Eisen treffen“.
Lektorat bis hier!



F

Fade

Der durchaus elegante Bruder des Slices. Alle wollen zwar einen Draw spielen, die meisten Spieler werden aber eher eine natürliche Tendenz zum Fade haben. Der Fade startet leicht links vom Ziel und zieht eine feine Kurve wieder zur Ziellinie zurück. Wenn Sie einen konstanten Fade spielen können, sollten sie ihn gut pflegen. Wenn Sie ihn zum Draw umerziehen wollen, kann das direkt in die Katastrophe führen, wie viele Weltklassespieler aus eigener Erfahrung bezeugen können.


Fahne

Steckt im Loch und markiert das sadistisch kleine Ziel auf dem Grün. Bestrebungen, das Loch zu vergrößern, um das Spiel leichter zu machen, sind bisher an dem nicht zu leugnenden Masochismus der Golfwelt gescheitert.


Fairway

Je nach Finanzmittel des Clubs, Laune des Headgreenkeepers oder Gier des Betreibers kurzgemähte, unterschiedlich gepflegte Grasfläche zwischen Teebox und Grün. Zuweilen gelingt es dem Golfer ein Loch zu spielen, ohne das Fairway ein einziges Mal getroffen zu haben. Dies ist interessant, aber nicht Sinne der Erfinder.


Fairwayholz

Siehe Holz


Flex

Meistens zu hart für den sich notorisch selbstüberschätzenden Golfer, ist „Flex“ der Begriff, der die Biegsamkeit des Schlägerschafts beschreibt. In Ermangelung einer einheitlichen Industrienorm, ist Flex nicht gleich Flex und eigentlich als Einheit komplett untauglich. Merken kann man sich trotzdem. Echte Jungs spielen Stiff oder X-Stiff Schäfte – auch wenn diese völlig ungeeignet für sie sein sollten.


Fett

Ob ein Ball zu fett getroffen wurde, hört, spürt und sieht auch der ungeübte Golfer sofort. Ein zu fett getroffener Ball fliegt nicht weit, gibt einen unangenehm knatschigen Ton von sich und schmerzt im schlimmsten Fall im Rücken und in den Handgelenken. Der Golfer ist gut beraten, stets darauf zu achten, zuerst den Ball und dann den Boden zu treffen. Hilfestellungen hierzu finden Sie bei ihrem ortsansässigen Pro.


Fitting

Prozess, bei dem der Golfer nach allerlei Messungen und vielem Ausprobieren dann doch das Material kauft, das er aus der Werbung kennt. Das stimmt natürlich so überhaupt nicht. Ein wirklich gutes professionelles Fitting kann ein wichtiger Schlüssel zu einem guten Golfspiel sein. Suchen Sie sich einen Fitter, der seinen Job ernst nimmt und nicht als Beigabe zum Schlägerverkauf betreibt. Dann werden sich Kosten und Aufwand auf jeden Fall lohnen.


Flight

Nur im deutschsprachigen Raum benutzter Begriff für eine Gruppe Golfer, die zusammen auf die Runde gehen. Wie es zu diesem verhunzten Anglizismus gekommen ist, kann vermutlich keiner mit Sicherheit sagen. Er ist aber, wie so vieles, was im Kern komplett misslungen ist, nicht abzuschaffen. Das Wort ist hier, um zu bleiben.


Fore

Oft vergessener Warnruf im Falle eines fehlgeprügelten Balles. Rufen Sie immer „FORE!“, wenn Sie glauben, jemand zu gefährden. Ein anderes Mal versuchen wir zu erklären, woher das Wort kommt.


G

Gelbe Pfosten

Markieren meist feuchte „Penalty Areas“ wie Wassergräben, Teiche, Flüsse oder das Meer. Wenn Sie Ihren Ball hinter den gelben Pfosten finden, dürfen Sie ihn auch spielen. Auch wenn das in den meisten Fällen eher in völlig versauten Klamotten endet.


Geschlossen – Platz – Blatt – Stand

Der Platz ist geschlossen, wenn er nicht bespielbar ist. Das Blatt, wenn es beim Ansprechen des Balls nach links vom intendierten Ziel zeigt. Der Stand, wenn der hintere Fuß ein wenig in Relation zur intendierten Ziellinie zurückversetzt ist. Klar? Wenn nein, fragen Sie Ihren Pro.


Graphit

Material aus Carbon, das zur Herstellung diverser Schlägerbestandteile verwendet wird. Meist in Schäften, aber auch in Schlägerköpfen.


Green – Grün

Kurzgemähte Fläche um das Loch herum. Oft von Bunkern bewacht. Die Qualität der Grüns ist unter Golfern ein viel und heiß diskutiertes Thema. Mitglieder, die zugeben, mit der Qualität „ihrer“ Grüns zufrieden zu sein, findet man selten.


Greenkeeper

Die Mitarbeiter einer Anlage, die den Platz pflegen. Greenkeeper sind immer schuld, wenn man schlecht spielt. Entweder sind die Grüns zu schnell (oder zu langsam), die Fairways zu schlecht gemäht oder das Rough zu hoch, zu dicht, zu ungepflegt. Die meisten Golfer haben ein eher antagonistisches Verhältnis zu „ihren“ Greenkeepern, die komischerweise IMMER dann mähen müssen, wenn man selbst gerade spielen will.


Grün lesen

Genaue und lange Betrachtung des Grüns, bevor man seinen zaghaft ausgeführten Putt am Loch vorbeischiebt.


Grooves

Gefräste Rillen im Schlägerblatt. Verursachen bei einem gut getroffenen Schlag den erwünschten Spin, der bei den meisten von uns fast immer ausbleibt.


GUR – Ground under Repair

Boden in Ausbesserung. Wird blau gepflockt und ist oft nur eine allzu offensichtliche Ausrede für den schlechten Platzzustand. Arbeitsfaule Greenkeeper und geldsparender Betreiber finden in diesem Boden in Ausbesserung zu seltener Eintracht.


H

Handicap

In meinem Fall der Schwung, in anderen Fällen eine Zahl, die die spielerische Fähigkeit des Golfers in Zahlen abbildet. Ein golfender Bekannter mit Beinprothesen, erkundigt sich, vor jedem Spiel mit Fremden immer nach seines Gegners Handicap. Keine Frage, die meisten seiner Matches gewinnt er locker.


Heel

Die Hacke des Schlägerkopfes. Hier nur erwähnt, um das Wort Shank zu schreiben, aber nicht gesondert definieren zu müssen. Golfer sprechen das S-Wort nur ungern aus. Beschreiben wollen sie es schon gar nicht. Fragen Sie Ihren Pro, wenn sie Näheres wissen wollen. Und jetzt zu einem angenehmeren Thema…


Hole-in-One

Jeder Golfer träumt vom Schlag, der den Ball direkt vom Tee ins Loch befördert. Obwohl recht unwahrscheinlich, haben doch mehr Spieler, als man vielleicht annehmen würde, diese positive Erfahrung gemacht. Die meisten können ihren persönlichen HOLE noch nach Jahren in den schillerndsten Farben beschreiben. Oft mit einer gehörigen Portion Fantasie und Übertreibung, denn alle HOLEs sind das Ergebnis des Zusammenwirkens unterschiedlicher Faktoren, von denen Glück nicht nur eine Prise ist.


Holz

Eine Golfweisheit behauptet, dass Bäume nur zu 10% aus dem Zeug gemacht sind. Jeder, der gelegentlich versucht, durch oder über Bäume zu spielen, weiß das besser. Hier ist jedoch ein Schlägertyp gemeint, der, längst nicht mehr aus dem Naturmaterial hergestellt, für längere Schläge ersonnen wurde. Geübte Spieler benutzen ein Holz, um auf sehr langen Bahnen nach einem gelungenen Abschlag das Grün anzugreifen. Weniger versierte Spieler finden sich nach dem Versuch nicht selten im Rough oder in den Bäumen wieder.


Hook

Flugkurve, die von besseren Spielern benutzt wird, den Ball mit einem hohen Bogen ins linksseitige Aus, in das Rough oder auf die Nebenbahn zu befördern.


I

Identifizieren

Beim Identifizieren darf unter Auflagen, der Ball vom Boden aufgehoben werden. Wird von vielen genutzt, durch subtile Veränderung der Ballposition eine bessere Lage zu ermogeln. Lassen Sie das!


Interlocking Griff

Neben dem Vardon-Griff und dem Baseballgriff einer der drei Hauptmöglichkeiten, den Golfschläger zu greifen. Beim Interlocking Griff liegt der kleine Finger der rechten Hand zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken (bei Rechtshändern).


K

Kompression

Gibt bei Golfbällen den Wert an, wie stark sich der Ball unter Druck verformt. Weichere Bälle haben eine niedrigere Kennziffer. Kompressionswäsche ist zur Leistungsverbesserung in den letzten Jahren modisch geworden. Kompressionsstrümpfe dürften den meisten Golfern auch bekannt sein.


Kurzes Spiel

Im Training meist komplett vernachlässigtes Teil des Spiels. Die Fähigkeit, kurze Schläge an die Fahne zu chippen oder zu pitchen ist der Schlüssel zum Erfolg. Weil das aber kaum einer übt, sind wir alle hoffnungslos verloren.


L

Lady

Etwas bescheuerte und grenzchauvinistische Bezeichnung für einen missglückten Abschlag vom Herrentee, der es nicht über die Tee-Marker der Frauen schafft. Meist von den anwesenden männlichen Mitspielern mit grunzendem Lachen quittiert. Auch weil der Brauch verlangt, dass derjenige, der eine „Lady“ spielt, im Anschluss Getränke ausgeben muss. Dass Frauen nur in den seltensten Fällen Ladies spielen können, ist das einzig Gute an der Lady.


Langes Spiel

Alles, was mit einem Holz und einem längeren Eisen und mit einem vollen Schwung gespielt wird. Viele Golfer verbringen viel zu viel Zeit mit dem Üben des langen Spiels. Zumal man ohne Aufsicht eines Pros, gerne mal die verbrachte Zeit damit verschwendet, hässliche Schwungfehler zu kultivieren.


Links

Bezeichnung für traditionelle Dünen-Plätze am Meer. Links Golf gilt unter Kennern als das wirklich wahre Golf und wer einmal in Schottland, Irland oder anderswo das Vergnügen hatte, einen echten Küstenplatz zu spielen, wird das selten vergessen.


Loch

  1. Bezeichnung für eine Spielbahn.
  2. Pervers kleines Ziel mit einem Durchmesser von 107,9 mm und einer Mindesttiefe von etwas über 10 cm. Das Loch wird mit einer Fahne markiert, damit man überhaupt eine Chance hat, es zu finden.

Lochspiel

Echtes Golf. Siehe auch Matchplay.


Loft

Bezeichnung für die Schrägstellung des Schlägerblattes. Wird in Grad angegeben. Loft hat – wie auch die Länge des Schafts – einen erheblichen Einfluss auf den Ballflug. Während Wedges gerne mal fünfzig bis sechzig Grad Loft haben, haben Hölzer und Driver weitaus weniger. Lassen Sie als beginnender Golfer die Finger von allen Lofts, die unter 10 liegen. Sie sind in Zahlen ausgedrücktes Unglück.


Luftschlag

Was soll man dazu sagen? Der Schlag zählt trotzdem.


M

Major

Vier Hauptturniere kennt die Golfwelt bei den Männern. Das Masters in Augusta, die PGA Championship, die US-Open und die Open Championship. Hochdotierte Majors, die ewigen Ruhm und hohe Preisgelder versprechen. Bei den Damen heißen die fünf Majors: ANA Inspiration, US Women’s Open, Women’s PGA Championship, The Evian Championship und die Women’s British Open. Sie versprechen ebenfalls Ruhm. Ihre Preisgelder sind aber im Vergleich zu den Herrenturnieren fast obszön niedrig und zeugen von einer anhaltend unanständigen Missachtung des Frauensports, der aus meiner Sicht dringend behoben werden muss.


Markieren

Auf dem Grün dürfen Sie Ihren Ball aufheben, reinigen und wieder hinlegen. Allerdings müssen Sie Ihren Ball davor markieren. Es gibt keine Regel, die besagt, womit Sie markieren sollen. Der legendäre Brian Barnes markierte einstmals seinen Ball in einem Profi-Turnier mit einer Bierflasche. Die Herren der austragenden Organisation waren nicht begeistert, die Brauerei hingegen sehr.


Matchplay

Viele meinen im Matchplay, das wahre Golf zu erkennen. Echtes Golf wird als Matchplay gespielt. Im Lochspiel also – Golfer gegen Golfer. Hierbei zählen nicht Schläge, sondern lediglich das bessere Ergebnis pro Loch. Amateure spielen Matchplay auch mit Vorgabe. Dabei gibt der bessere Spieler dem schwächeren je nach Handicapdifferenz einige Schläge vor. Mehr muss an dieser Stelle nicht gesagt werden. Das kann nämlich echt kompliziert sein.


Mitgliedschaft

Wir mögen es hierzulande gerne organisiert. Wenn Sie in Deutschland Golf spielen wollen, werden sie meistens eine Mitgliedschaft in einem Golfclub nachweisen oder einen VCG-Ausweis präsentieren müssen. Mitgliedschaften kommen inzwischen in allen Formen daher. Manche Clubs verlangen Bürgen, Einlagen, Aufnahmegebühren oder Aktienerwerb. Andere wollen nur eine Einzugsermächtigung.


Mitspieler

Je nach Spielform darf man den Mitspieler als „Spieler“ bezeichnen (Zählspiel) oder als „Gegner“ (Lochspiel). Im Zählspiel Turnier ist er eventuell auch „Zähler“. Wobei er als Zähler nicht zählt, sondern nur den von Ihnen genannten Score festhält. Der Spieler ist eigentlich der eigentliche Zähler. Auch wenn er manchmal dabei auch ein wenig Hilfe braucht. Schluss jetzt.


N

Naturflächen – Biotope

Behördlich definierte Flächen auf einem Golfplatz, wo weder Spieler noch Greenkeeper etwas zu suchen haben. Sie lassen ihre Füße aus dem Biotop. Der Greenkeeper lässt die Natur dort Natur sein.


Nearest to the pin

Par 3 Spezialwertung, bei dem der Spieler gewinnt, dessen Ball – meist aus einer glücklichen Fügung heraus – am nächsten zum Loch liegen bleibt.


Netto

Möglichkeit, Spieler unterschiedlicher Spielstärke miteinander zu vergleichen. Anzahl der Bruttoschläge minus der Spielvorgabe ergibt das sogenannte Netto-Ergebnis. Ganz kurz: Sie spielen mit einer Vorgabe von 24. Ihr Mitspieler mit einer Vorgabe von 2. Wenn Sie auf einem Par 72 Platz eine Runde mit 97 Schlägen spielen und Ihr Mitspieler eine 78, haben Sie gewonnen(Sie: 97 – 24 = 73. Er: 78 – 2 = 76). Mehr erfahren Sie bei Ihrem Regelpapst.


Neunzehntes Loch

Merkwürdige Bezeichnung für die Clubhausgastronomie. Wer kommt eigentlich auf so einen Schmarrn?


O

Out of bounds – OB – Aus – Ausgrenze

Man kann es nennen, wie man will. Golfer sollen da nicht hin. Die Ausgrenze markiert die Trennung der echten Welt vom Golfplatz. Ein ins Aus gespielter Ball gilt als verloren, auch wenn er gefunden wird. Der Schlag muss unter Anrechnung eines Strafschlags wiederholt werden. Nein, nicht wieder ins Aus…


P

Par

Aus Sicht des Anfängers vielleicht eher willkürlich wirkende Schlagzahl, die für einen Platz oder ein Loch festgelegt wurde. Ein Par 4 Loch sollte von einem sehr guten Golfer in vier Schlägen gespielt werden. Das Wort hat seine Wurzeln im Lateinischen und wird im Englischen in vielen verschiedenen Kontexten verwendet, wenn es um Standards geht. Gerne wird andernorts auch erklärt, dass Par eine Abkürzung für Professional Average Result steht.


Penalty Area

Früher hießen diese Flächen Wasserhindernisse. Im Zuge der neusten Regeländerung kam es zu einer fälligen Umbenennung, denn nicht jedes Wasserhindernis führte Wasser.


Persimmon

Bis zur Einführung von Metallköpfen wurden Hölzer unter anderem aus Persimmon (Persimone) Holz gefertigt. Das Zeug ist ein bombenhartes Tropenholz und hierzulande eher für die leckeren Persimmonfrüchte bekannt, die unter dem Namen Kaki verkauft werden.


PGA

Abkürzung für Professional Golfers Association.


Pin

Fahnenstock. Pin heißt im Englischen auch Nadel. Wenn man bedenkt, wie winzig der Fahnenstock manchmal erscheint, ist der Name schon passend.


Pin Position

Dort wo die Fahne auf dem Grün steckt. Im Turnier wird die Pin-Position oft auf der Scorekarte vermerkt. Entweder in Metern gemessen oder in einem Raster festgehalten. (Position A, B, C etc.)


Pitch

Möglichst von oben soll der Pitch auf dem Grün landen, damit er nicht weit ausrollt. Doch der hohe Schlag ist tückisch und ich würde jede Wette eingehen, dass ein Großteil der Pitchversuche auf unserem Platz am Wochenende mehr gemein hat mit einem getoppten Dackeltöter. Der Pitch will geübt sein. Kurzes Spiel eben.


Pitching Wedge

Siehe Wedge


Pitchmarke

Delle im Grün, die ein landender Ball hinterlässt. Auch wenn Sie ihre Annäherung mit dem Putter vom Vorgrün spielen, sollten Sie nie von der Puttfläche gehen, ohne mindestens zwei Marken entfernt zu haben. Pitchmarken, die nicht ausgebessert werden, vernarben das Grün und brauchen ewig, um zu heilen. Es ist ein trauriger Beweis der Ignoranz und des voranschreitenden Sittenverfalls im Golfsport, dass fast jedes Grün nicht reparierte Pitchmarken aufweist. Das muss mal gesagt sein. Also bücken und ausbessern.


Platz

Dort wo man spielen darf.


Platzregel

Ergänzend zu den offiziellen Regeln geltende Sondergesetze für einen spezifischen Platz. Wenn man auf einer fremden Anlage ein Turnier spielt, sollte man sich nach den Platzregeln erkundigen. Sie können verschiedene Bereiche des Spiels betreffen und wichtige Informationen enthalten.


Platzreife

Vielleicht haben Sie sie schon. Eine lustige Besonderheit im deutschsprachigen Raum, die in vielen Gebieten des golfspielenden Auslands gänzlich unbekannt ist. Mit der Platzreife erwirbt man sich das Recht, auf den Platz zu gehen. Früher musste man dafür wochenlange Kurse belegen und war vor der Prüfung sehr nervös. Heute ist das alles etwas entspannter. Viele denken, vielleicht zu entspannt. Doch wenn Golf überleben will, muss es Hürden abbauen. Das Erlangen der Platzreife zu erleichtern, ist eine gute Sache. Trotzdem sollte den Leuten beigebracht werden, wie man Pitchmarken ausbessert und einen Bunker recht.


Pro

Klar, der professionelle Golfer. Es gibt „teaching Pros“ und „playing Pros“. Die einen verdienen ihr Geld damit, Menschen das Spiel beizubringen, die anderen spielen Golf um Geld zu verdienen. Ganz einfach. Beiden Gruppen ist gemein, dass sie keine Amateure sind.


Provisorischer Ball

Sie spielen Ihren Ball in das hohe Zeug rechts vom Fairway? Bitte spielen Sie sofort einen provisorischen Ball, wenn Sie meinen, er könnte dort vielleicht verloren sein! Sagen Sie an, dass sie einen spielen. Sonst ist der „Provisorische“ nämlich der „Ball im Spiel“.


Putt

Ein mit dem Putter meistens auf dem Grün gespielter Schlag, der im Gegensatz zu allen anderen Schlägen nicht fliegen soll. Im besten Fall geht der Putt ins Loch. Der Putter hat einen Loft von 3 bis 4 grad und ist die Ausnahme von der oben aufgestellten Regel, dass man die Finger von Schlägern mit einstelligem Loft lassen soll.


Putting Grün

Übungsbereich um seine Puttfertigkeiten zu verbessern und/oder sich über den neusten clubinternen Klatsch zu informieren.


R

Regeln

Wir wissen um ihre Existenz und spielen dennoch häufig ohne ihre Anwendung. Seit 1744 gibt es sie, in sich stets weiterentwickelnden Schriftform. Es lohnt sich auch in Zeiten digitaler Apps die Anschaffung der regelmäßig erscheinenden neusten Ausgabe als Buch. Wer die Regeln kennt, ist immer im Vorteil.


Rote Pfosten

Verweisen auf eine sich in der Nähe befindende Penalty Area.


Rough

Wie der Name bezeugt, raues, oftmals ungemähtes, manchmal auch total ungepflegtes Gras, Unkraut und Gestrüpp links, rechts und manchmal sogar vor dem Fairway. Siehe auch provisorischer Ball.


Royal and Ancient

Die RandA ist nicht nur die gesetzgebende Instanz des Golfspiels, sondern auch mit Ihrem Sitz im schottischen St Andrews einer der ältesten Clubs der Welt. Das Haus der „königlich Altertümlichen“ blickt hinter weltbekannter Fassade auf den ersten Abschlag des sogenannten „Old Course“. Trotz der herausragenden Rolle ihres Clubs in der Golfwelt habe ich noch kein – auch nur in Ansätzen unangenehmes – Mitglied kennengelernt.


Runden Du

Golfer teilen ihr Spiel in Runden ein. Die gibt es mit wenigen Ausnahmen entweder als 18 Loch oder als 9 Loch Runden. Deutschsprachige Golfer tendieren dazu, sich beim Golfen in der Du-Form anzusprechen. Eine kaum noch anzutreffende, aber manchmal trotzdem verwendete Spezialform der golferischen Kommunikation bietet das Runden-Du. Hierbei wird der Mitspieler zwischen dem ersten und letzten Schlag des Spiels geduzt. Nach der Verabschiedung am letzten Grün jedoch wieder gesiezt. Als mir das zum ersten Mal passierte, bin ich fast ohnmächtig geworden und ich bin mir bis heute nicht sicher, was das Ganze sein soll. Es wird Ihnen wahrscheinlich nie passieren. Ich wollte jedoch vorwarnen. Man weiß ja nie.


Ryder Cup

Einer der größten Sportveranstaltungen der Welt. Um den Ryder Cup wird alle zwei Jahre zwischen einer US-Auswahl und einer Mannschaft aus europäischen Pros gefochten. Gespielt werden diverse Matchplay Formate, die nicht selten überraschende Helden hervorbringen und Fans auf der ganzen Welt begeistern.


S

Sand

Zeug im Bunker. Zu vermeiden.


Sand Wedge

Siehe Wedge


Schaft

Früher wurden Golfschlägerschäfte aus Hickory Holz hergestellt, bis man in den 1920er die Vorzüge von Stahl entdeckte. Heute werden sie aus den verschiedensten Hightech-Materialien hergestellt. Schäfte sind eine Wissenschaft. Experten und solche, die sich dafür halten, können stundenlang über Schäfte schwadronieren und einen dabei fast zu Tode langweilen. Lassen Sie sich am besten von einem richtigen Profi fitten.


Schenken

Geste im Matchplay (und ausschließlich da) wo dem Gegner das Zuendespielen des Lochs geschenkt wird, in der Annahme, dass dieser den letzten kurzen Putt nicht verschieben kann. Geschenkt werden kann nur im Matchplay. Eine Zählspielrunde, in der nicht zu Ende geputtet wird, zählt nicht. Nie! Machen Sie ihren Mitspieler, der mit seiner 77 auf der Klubhausterrasse angibt, vor Publikum darauf aufmerksam, dass er sich zwei kurze Putts geschenkt hat. Seine Freundschaft wird Ihnen auf Dauer garantiert sein. Siehe auch den Eintrag zu Runden-Du.


Schlägerblatt

Mit dem Schlägerblatt in Richtung Ziel sollte der Ball mittig getroffen werden. Nicht mit der Hacke, nicht mit der Spitze. Auf dem Schlägerblatt gibt es einen sogenannten Sweetspot, der als idealer Treffpunkt gilt. Den Sweetspot suchen viele ihr Leben lang, oftmals vergebens. Trifft man den Ball mit dem Sweetspot, fühlt, sieht und hört man das sofort.


Schwung

Eine mit Absicht ausgeführte Bewegung, den Ball nach vorne zu bewegen. Auch wenn jeder einen eigenen Schwung hat, gibt es große qualitative und auch ästhetische Unterschiede. Alle paar Jahre bewirbt die Unterrichtsindustrie eine neue Schwungtheorie. Nicht selten ist dabei nur das Wording neu. Tipp: Finden Sie mit einem Pro Ihres Vertrauens heraus, was für SIE am besten funktioniert und bleiben Sie dabei. Neu ist auch beim Schwung nicht immer besser. Ich spreche aus Erfahrung. Siehe Handicap.


Scorekarte

Auf der Scorekarte trägt man sein jeweiliges Ergebnis pro Loch ein. Nicht das gefühlte, nicht das imaginierte, sondern das gespielte Ergebnis. Am Ende addiert man alle Einzelergebnisse, um seinen Gesamt-Score zu ermitteln. Nach Turnieren wird die Scorekarte signiert und darf im Anschluss auch nicht mehr geändert werden. Einen falschen Score einzureichen führt zur Disqualifikation. Also Vorsicht. Inzwischen gibt es elektronische Scorekarten und Apps, die allerlei Statistiken festhalten. Für den Golfbeginner ist es anfänglich nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten, wenn es um die Anzahl der Schläge geht. Für eitle ältere Golfer allerdings auch nicht. Der eine oder andere nimmt es mit dem Zählen leider nicht immer ganz ernst. Meiden Sie solche Golfer. Sie sind Gift für die Seele und für den Sport. Doch zögern Sie auch nie, einen Mitspieler freundlich zu korrigieren. Nicht immer steckt Absicht hinter einer falschen Zahl. Golfer haben die wunderbare Gabe, Schlechtes schnell zu vergessen. Weshalb sollte man sonst nach einer bescheidenen Runde jemals wieder nach dem Schläger greifen?


Semirough

Etwas längeres Gras zwischen Fairway und Rough. Je nach Grassorte kann es sehr schwer sein, aus dem Semirough zu spielen. Aber genauer betrachtet kann es auch in jeder anderen Lage schwer sein, den Ball zu treffen.


Senior

Benennt die Herrschaften als das, was sie sind. Ältere Golfer. Ab 50. Ja, genau. Golf lässt einen schon früh alt aussehen.


Slice

Bruder des Hooks. Es gibt für diesen hohen Ballflug mit starker Rechtskurve viele Gründe. Fragen Sie ihren Pro, der kennt sich damit aus. Die meisten seiner Schüler kämpfen ein Leben lang gegen den Slice.


Sweetspot

Siehe Schlägerblatt


T

Take Away

Das langsame „Wegnehmen“ des Schlägers leitet den dynamischen Teil des Schwungs ein. Nehmen Sie sich dabei Zeit. Ohne auf Details eingehen zu wollen, ist ein gutes Take Away ein wichtiger Schlüssel zu einem erfolgreichen Golfschlag. Auch hier: Fragen Sie Ihren Pro.


Tee

Einseitig angespitzter Stift, auf dessen flaches Ende man (auf dem Tee – hier mal wieder eine Doppelbedeutung) seinen Ball für den Abschlag balancieren darf, bevor man ihn mit einem hilflosen Schlag ins Rough befördert. Tees können aus verschiedenen Materialien sein. Holz, Plastik, Bambus, Papier zum Beispiel. Sie werden in unterschiedlichen Farben produziert. Auch hier ist die Industrie sehr bemüht, sich an unserem Bedürfnis nach mehr Länge zu bereichern. Einige Tees werden mit just diesem Versprechen verkauft.


Texas Wedge

Ein von außerhalb des Grüns gespielter Putter. Wer nicht chippen kann, ist gut beraten seinen Putter zu nehmen. Oder das Chippen zu üben. Siehe Kurzes Spiel.


Toppen

Ein oberhalb des Balläquators getroffener Ball ist getoppt. Je nach Schwunggeschwindigkeit, Temperatur und Schaft kann ein getoppter Ball ein sehr unangenehmes Gefühl des Kribbelns in den Händen hinterlassen. Getoppte Bälle werden gerne Dackeltöter genannt, wegen der flachen Flugbahn. Sie kommen am häufigsten vor, wenn hinter dem Ziel tiefes Rough oder Wasser lauert.


Treffmoment

Der Moment, in dem der Ball getroffen wird. Hier entscheidet sich alles. Gefühl, Flugbahn, Freude, Leid…


Triple Bogey

Was schreibe ich hier? Das muss einfach vermieden werden.


Trolley

Ein von der Jugend eher belächeltes, im Alter immer bedeutsamer werdendes, mehrrädriges Gestell zum Transport der Golftasche während der Runde. Im golfenden Ausland nicht selten ein klappriges Gefährt, ist der simple Wagen hierzulande dank deutscher Ingenieurskunst, zu einem überteuerten Luxusprodukt mutiert. Hochpreisige elektrisch angetriebene Trolleys aus gebürstetem Stahl, Carbon, Titan und sonstigen Materialien können gerne mal ein Vielfaches dessen kosten, was die meisten für ihre gesamte Komplettausrüstung auszugeben bereit sind. Kaum eine andere Golfnation kann unsere teutonische Technophilie in diesem speziellen Fall nachvollziehen.


U

Unspielbar

Wenn Sie nicht in einem dieser Penalty Areas sind, können Sie ihren Ball immer und überall auf dem Platz für unspielbar erklären. Dann können Sie droppen und unter Hinzuzählung eines Strafschlags weiterspielen. Inzwischen darf man selbst aus einem Bunker droppen. Manchmal dürfen Sie sogar straffrei droppen.


Up and down

Die hohe Kunst ist es, nach einer verfehlten Annäherung zum Grün mit einem Chip oder Pitch und einem einzigen Putt, also mit zwei Schlägen einzulochen und so das Par zu retten. „Up and down“, eben. Gern auch „scrambling“ genannt.


USGA

Amerikanisches Gegenstück zur gesetzgebenden Randa in Europa. Auch wenn man sich fragen mag, warum die Golfwelt gleich zwei „ruling bodies“ braucht, wo es eigentlich keine wirklich nennenswerten Unterschiede bei den Regeln gibt.


V

Vardon Griff

Nach Golflegende Harry Vardon benannter Griff, der ihn zu Beginn des letzten Jahrhunderts populär machte. Er ist für viele Golfer die einzig wahre Art, den Schläger zu greifen. Beim Vardon Griff liegt der kleine Finger der unteren Hand auf dem Zeigefinger der oberen. Auch wenn das kein echtes Argument sein kann: Im Vergleich zum Vardon Griff, sieht alles andere plump und unelegant aus. Nur meine Meinung.


Verloren – Ball – Match – Schlägerhaube – Schläger

Drei Minuten nach Beginn der Suche muss ein Ball gefunden sein, sonst gilt er als verloren.
Wenn Sie ein Match verlieren, geben Sie ein Getränk aus und begleichen am besten sofort Ihre Schulden.
Schlägerhauben werden gerne verloren und finden selten den Weg zurück zum Besitzer.
Am Anfang Ihrer Golfkarriere werden Sie sicher den einen oder anderen Schläger liegen lassen. Im Gegensatz zur Schlägerhaube finden verlorene Schläger jedoch meistens den Weg zurück zum Besitzer.


Vorgrün

Um das Grün herum befindet sich das nicht ganz so kurz gemähte Vorgrün. Von hier kann man chippen, aber im Normalfalle auch schon putten. Das ist Neigungssache. Chippen ist heroischer und sieht definitiv besser aus. Putten ist für viele Spieler allerdings die sicherere Bank.


W

Waggle

Traditionalisten schwören auf das wagglen. Die kleine Bewegung mit den Handgelenken oder den Armen soll kurz vor dem Take Away die Muskulatur entspannen und so einen lockeren Schwung herbeiführen.


Wedge

Kurze Schläger mit hohem Loft. Wedges (Keile) gibt es von den meisten Herstellern in verschiedenen Ausführungen. Früher hatte man ein Sand Wedge und ein Pitching Wedge in der Tasche. Heute tragen viele Spieler auch ein sogenanntes Gap Wedge und ein Lob Wedge. Diese vier Schläge decken je nach Spielstärke des Golfers voll geschwungen die Distanzen zwischen 120 Meter und 60 Meter ab. Wedges sind Präzessionswaffen, deren Handling man ständig trainieren muss. Ein schlecht getroffenes Wedge kann allerlei unansehnliche Flugbahnen bedingen.


Wind

Wind gehört zum Spiel und kann einen beachtlichen Einfluss auf Flugbahn, Schwung und selbst auf Putts haben. Viele Golfer mögen den Wind nicht, was verwundert, denn das Spiel (wie wir es kennen) wurde ja bekanntlich an den sturmumtosten Küsten Schottlands geboren.


Wintergrün

Gemähte Fläche auf dem Fairway mit einem Locheinsatz, die im Winter auf manchen Plätzen als Grünersatz genutzt wird. Damit schont die Anlage seine Grüns. Manche Betreiber eröffnen ihre Wintergrüns schon vor dem ersten Frost und nutzen sie weit in den Frühling hinein. In diesen Fällen geht es eher darum, das Budget des Betreibers zu schonen und weniger die Grüns.


Y

Yips

Harrington, Hogan, Langer, Armour, Snead, Baker-Finch und viele, viele andere mehr litten zum einen oder anderen Zeitpunkt an den Yips. Diese oft plötzlich auftretende Unfähigkeit, auch nur die kürzesten Putts zu versenken, ist ein inzwischen erforschtes, aber noch nicht wirklich verstandenes Phänomen. Die Yips können Karrieren ruinieren und Golfer aller Spielstärken befallen. Wer vom Yips erwischt wird, hat oft einen langen Leidensweg vor sich. Nicht selten brauchen Spieler professionelle Hilfe. Meistens nicht von einem Pro, sondern von einem Mediziner. Neurologen und Psychiater sind sich nicht ganz sicher, ob es sich bei den Yips um ein Mentales- oder ein Nervenleiden handelt. (Kein Scherz)


Z

Zähler

Von der Spielleitung bestimmt, schreibt der Zähler den Score des Spielers während eines Turniers auf. Oft ist der Zähler ein Mitspieler. Auch wenn der Zähler nicht für den eingereichten Score verantwortlich ist, hilft ein gelegentliches Nachzählen schon mal…


Zählspiel

Spielform, bei der jeder Schlag gezählt wird. Im Gegensatz zum Matchplay. Gewonnen hat am Ende der Spieler mit den wenigsten Schlägen.


Zeitweiliges Wasser

Pfütze auf dem Platz. Egal woher das Wasser stammt, wenn es nicht als Penalty Area definiert ist, darf straffrei aus dem Feuchten heraus gedroppt werden.


Eigentlich sollte dies nur ein Glossar für Einsteiger werden. Aber wenn man erst einmal in Fahrt ist……

Über den Autor

Mark Horyna, Golfjournalist

Autor und Filmemacher Mark Horyna lebt und arbeitet in der Nähe von Stuttgart. Seine Texte finden Sie regelmäßig im australischen „Caddie-Magazine“, der deutschen „Heritage Post“, dem schweizerischen „GolfPlus“ und dem österreichischen „Perfect Eagle“. Als „The New Gentleman Golfer“ treffen Sie ihn in den sozialen Medien und gelegentlich auch vor der Kamera. Er hat zudem Golfbetriebsmanagement (IST) studiert und ist Vorstand eines Fördervereins, der sich um den Golfnachwuchs kümmert. Sie erreichen Horyna telefonisch unter 01743330702 und per Mail:

mh@golfstr.de

Portrait Mark Horyna
© Mark Horyna

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