Golfmentor – Wider dem Egoismus

Nachdenkliches zum Golfsport

von Carsten Moritz

Golfer! Was sind das nur für Menschen? Alte Spinner mit Privileg und zu viel Zeit! So oder so ähnlich haben sich Klischees und falsche Vorstellungen bei den Nichtgolfern festgesetzt. Dies sind unter anderem die Hindernisse, die dazu führen, dass Golf in der Gesellschaft immer noch nicht gebührend wahrgenommen wird und die Entwicklungszahlen, trotz positiver Tendenzen, immer noch nicht ausreichen, um von einem richtigen Aufschwung zu sprechen.

Dass (die meisten) Golfer nicht so sind wie gerade beschrieben, wissen die meisten Golfer. Ab und an wird auch mal ein Nichtgolfer über einen Golfer an den Sport herangeführt. Das ist natürlich überaus löblich, aber bleibt ein Tropfen auf dem heißen Stein. Da wir hier nicht beim Sport1-Doppelpass sind, müssen auch keine 5 Euro ins Phrasenschwein!

Was also tun?

Wie bei Asterix bildete sich in einer kleinen Enklave der Widerstand, gegen die derzeitige Golfwahrnehmung anzugehen. Mit Wucht von der Basis, ohne Marketingstrategie des DGV. Die Idee der Golfmentoren war geboren. Die Golfmentoren sind ein freiwilliger Zusammenschluss von (halbwegs erfahrenen) Golfern, die sich dafür einsetzen, neue Leute, also Nichtgolfer zu gewinnen, Informationen zu vermitteln und mit persönlichem Einsatz auf eine Golfanlage zu bringen.


Dass dieser persönliche Einsatz beim Empfänger besser ankommt als der optisch schöne Werbespot im TV dürfte klar sein. Die persönliche Begleitung, auch vor oder nach einem Golferlebnistag ist eine Waffe, die genutzt werden kann. Warum gab es dies bislang noch nicht und warum kommen die Clubs nicht auf die Idee, mehr auf diese persönliche Schiene zu setzen? Dazu gibt es in meinen Augen zwei Erklärungen!
Zum Einen ist der Mensch von Natur aus faul und egoistisch. Warum soll man seine Zeit dafür einsetzen, dass jemand Neues auf die Anlage kommt und wohl auch noch das Fairway blockiert? Nun ja, mit etwas Goodwill könnte man auf die Idee kommen, dass neue Golfer nicht nur helfen, die Anlage langfristig zu finanzieren und gegebenenfalls damit verbessern… Nein, man könnte auch neue persönlich und sportlich wertvolle Menschen in seinem Umkreis dazugewinnen! Eigentlich eine logische Schlussfolgerung!


Natürlich könnte man darüber nachdenken, Anreize für die Mentoren zu schaffen, die neue Leute in die Kurse und auf die Anlagen bringen – dann würden es vermutlich mehr Golfer überlegen, ihrer Anlage zu helfen. Neue Leute bringen nicht nur z.B. frischen Schwung, sondern auch neue Möglichkeiten mit auf die Anlage. Dies lässt sich nicht unbedingt an einer Person festmachen, aber man darf ja mal über den Tellerrand schauen. Ups, das wären schon wieder 5 Euro!


Ach ja, es gibt noch (mindestens) einen weiteren Ansatz, warum die Clubs nicht auf die Idee kommen, mit etwas Kreativität, die vorhandenen Möglichkeiten , sprich Mitglieder, einzusetzen. Oftmals sind Verantwortliche in der Pflicht, die Schwierigkeiten haben, eine Marketingstrategie auf das Blickfeld der Zielgruppen auszurichten. Es wird gemacht, getan, angeboten und gewundert, warum die Bemühungen wenig Ertrag bringen, wenn man diesen mal mit dem Aufwand vergleicht.

Was steht also im Weg?

Hindernisse und Hürden hemmen Nichtgolfer davor, sich diesem wunderbaren Sport zu nähern. Diese Ansatzpunkte verfolgen Golfmentoren uneigennützig und wenig egoistisch. Es ist nämlich aus eigener Erfahrung einfach, ein wenig Freizeit zu investieren, um andere Menschen glücklich zu machen, indem man sie aufklärt, bewegt und an den Schläger bringt. Diese „ehrenamtliche“ Tätigkeit ist eine feine Sache, bei der man dem Golfsport mindestens das wiedergeben kann, was er einem selbst gegeben hat.


Wie traurig wäre unser Leben ohne Golf und wie viel Glück und ja, welches Privileg hatten wir überhaupt, ohne zu der o.g. Spezies zu gehören, dass wir mit diesem Sport in Berührung gekommen ist. Alles ist heute so selbstverständlich, dass Golfmentor die Golfer auffordert, sich einmal auf Ihre Wurzeln zu besinnen. Golfmentoren geben Ihrem Sport vielleicht nicht nur „Menschen“ wieder, sondern auch etwas Seele.


Golfmentor sollte von jedem Golfer – unabhängig von einer Spielstärke – unterstützt und gefördert werden. Für den Nichtgolfer, für die Anlage und für sich selbst. Golfmentoren sind auch keine Ersatztrainer, die das Spiel jemandem beibringen sollen. Die individuelle Verbindung zu den regionalen Möglichkeiten schaffen und eigene Erfahrungen persönlich weiter geben, reicht vollkommen aus.


Golfmentor organisiert sich über seine Homepage golfmentor.jimdo.com und sammelt , neben unterschiedlichen Informationen, die Mentoren in den unterschiedlichen Bundesländern. So kann die Seite regional beworben werden und der Nutzer kann sich seinen persönlichen Mentor auswählen und diesen kontaktieren. Golfmentor gibt es übrigens auch auf Facebook. Hier werden neben den Erfahrungen auch Anregungen für kreatives Wirken weitergegeben.

Eine tolle Sache für alle also, für Anlagen, Golfer und solche die es werden wollen. Alle Golfer, die sich noch nicht haben eintragen lassen, werden natürlich gerne in den Pool der Golfmentoren aufgenommen. Man stelle sich nun mal vor, dass jede Anlage über mindestens zehn „Headhunter“ verfügt, die abgestimmt neue Leute für den Sport interessieren. Wie viele Anlagen haben wir in Deutschland? Wie viele Mentoren wären das? Wie viel Potential wäre das? Egoismus (ebenso arrogantes Verhalten von Verantwortlichen) ist aus den unterschiedlichen Gründen fehl am Platz!

Zum Autor:

Dem Golfsport seit über zwanzig Jahren verbunden setzt sich Carsten Moritz mit dem Projekt Golfmentor seit Jahren dafür ein, den Golfsport populärer und leichter zugänglich zu machen.

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